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Lektionen aus dem Labyrinth der Beziehung und wie Maya Shakti mich durch die einzelnen Schichten führt.

von Dominique Youkhehpaz

Nach vielen Jahrens des mich nach wahrer Liebe verzehrens und danach lechzens, bin ich nun hier, mitten in einer Beziehung mit einem Mann, der mich als die liebt, die ich bin.

Er ist schön und liebevoll; ein Experte darin, mich zum Lachen zu bringen. Er betet mich an und übernimmt für sich selbst Verantwortung. Er begegnet mir voll und ganz in der Vision meines Herzens einer einfachen und freudvollen Liebe.

Dadurch bin ich nicht weiter in der Lage, meine gewohnten Geschichten über Einschränkungen und Gründe dafür, weshalb ich nicht voll und ganz lieben kann, auf jemand anderen zu projizieren, zu meiner Beschämung, wurde ich stattdessen damit konfrontiert, wie ich unbewusst genau jene Intimität, nach der ich mich so sehne, sabotiere und wegstosse. Oje!

Ich erinnere mich, wie sich vor Kurzem in meiner Meditation eines meiner Spielchen anfing zu enttarnen. Zuerst bemerkte ich einen festen Knoten in meiner Kehle, und anstatt zu versuchen ihn zu lösen, verweilte ich einfach damit und hieß die Empfindungen willkommen. Als ich den Empfindungen mehr Raum ließ, wurde mir klar, dass sich meine Gedanken in Geschichten drehten. In endlosen Geschichten.

Ich verglich meine aktuelle Beziehung mit einer Fantasieversion meiner Beziehung davor – ein falscher Maßstab, den ich mir ausgedacht hatte, der meinen Ex idealisierte und dabei den Schmerz und die Kriegsführung ignorierte, die wir eigentlich die meiste Zeit geschaffen haben. Insgeheim plante ich sogar, dass ich zu meinem Ex zurückkehren könnte, sollten die Dinge schief laufen und mein Freund und ich uns trennen. Je mehr ich verglich, desto abgeschnittener und distanzierter fühlte ich mich von meinem Freund, wie auch von meinem eigenen Herzen.

Nun hätte dies ganz leicht zu einer Geschichte von Drama und Leid abrutschen können, etwas, das ich ziemlich gut beherrsche. Stattdessen wurde die Erkenntnis dieser Gedankenschleifen zu einem Portal in tiefere Schichten der Intimität und Liebe.

Dem Wesen nach ist spirituelle Praxis für mich eine Loyalität zur Präsenz. Verwurzelt in der Präsenz konnte ich die Spiele meiner eigenen Gedanken an diesem Morgen erkennen und mich selbst davon abhalten danach zu handeln, noch ehe ich die Liebe mal wieder in ein Schlachtfeld verwandeln würde.

Stattdessen verflüchtigten sich die Geschichten, sobald sie von der Präsenz umfangen wurden, und ich war wieder da. Ich atmete ein und aus. Ich war wieder in der Liebe.

Ein Teil von mir schämt sich, solche Gedanken preiszugeben. Aber weißt du, dieser süße Geschmack der Freiheit hat mich derart angezogen, und Gedanken als das zu bezeichnen, was sie sind, heißt auch, sich nicht weiter mit ihnen zu identifizieren. Wenn ich ihre Maskerade durchschaue, haben sie mich nicht länger im Griff und was bleibt, ist die Liebe.

Diese peinlichen Dämonen des Zweifels und des Vergleichs habe ich sogar meinem Freund gegenüber beim Namen genannt. Er empfing sie in Präsenz. Gemeinsam konnten wir sie als das erkennen, was sie sind, kollektive Stimmen, die nach der Vertrautheit des Leidens hungern und immer zur Sabotage bereit sind. Mit anderen Worten, nichts Reales. Und dann der Maya-Twist: In Präsenz geteilt, führten uns diese scheinbar unerwünschten Gedanken noch näher zusammen!

Ich lerne allmählich in jenen Bewusstseinsschichten, die Maya Shakti genannt werden, wach zu bleiben. Derart praktisch wird sie nämlich: Sie entlarvt und zerschlägt die falschen Identitäten, die ich mein Leben lang verstärkt habe. Maya bringt mich zurück in das ruhige, unerschütterliche Zentrum der wahren Liebe.

Im Augenblick fühlt es sich unangenehm, ungewohnt, etwas langweilig und realer denn je an aus diesen alten Gewohnheiten und der Sucht nach Drama herauszuwachsen. Ich weiß nicht einmal mehr worüber ich mit Freunden noch reden soll, da ich mich so sehr daran gewöhnt habe in Gesprächen mit ihnen mein Beziehungsdrama zu verarbeiten und mich darüber zu beklagen und dies meine Vorstellung von Verbundenheit und „authentisch sein“ war.

Und ich weiss, dass dies erst der Anfang ist. Ich gebe alles dafür, dass diese ererbten Muster hier mit mir enden. Ich weiss, dass dieses Entwirren weitergehen wird, da ich bald in die Maya Sadhana eintauche, wo es wundervoll ist tägliche Unterstützung zu haben, um durch all die Schichten des Lebens hindurch zu navigieren und durch all das hindurch im Herzen verwurzelt zu bleiben. (Ich ermutige auch dich, diese Gelegenheit beim Schopf zu greifen und dich zu uns in den Sadhanakreis zu gesellen, Melanie; wir brauchen dies nicht alles allein zu tun.)

Ich weiß, dass wenn ich mich Maha Maya erst einmal gestellt habe, es keinen Weg mehr zurück gibt (und das will ich auch gar nicht mehr). Dank der Präsenz geschieht die Transformation spontan.

Statt in meinem Leben und in meiner Beziehung Wellen von Auswirkungen zu verursachen und mich in vertraute Leidenskreisläufe zu lenken, werden Gedanken als Gedanken erkannt, also nichts, worauf ich automatisch reagieren muss. Wenn du diese Worte liest, sind sie schon lange wieder weg und ein neuer Moment ist da. Danke, Maya, das Drama ist vorbei noch ehe es überhaupt begonnen hat.

Ma, ich bin dein,
Dominique